Landesgesamtarbeitsvertrag LGAV

LGAV für das Plattenleger- und Ofenbaugewerbe

Kurzarbeitsentschädigung (KAE)

Die Arbeitsausfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus beschäftigen zurzeit viele Branchen.

Wir haben Ihnen aus diesem Grund einige Informationen und Links zusammengetragen, welche allenfalls bei der Anmeldung und Abrechnung der Kurzarbeit helfen können.

 

Vorab gilt es zwei wichtige Punkte festzuhalten:

  1. Eine Kurzarbeitsentschädigung (KAE) kann nicht rückwirkend beantragt werden.
  2. Pflicht zur Arbeitszeiterfassung
    Nach Art. 46 des Arbeitsgesetztes sowie Art. 73 der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, die geleistete Arbeitszeit zu dokumentieren.
    Wer nicht über eine Zeiterfassung verfügt, kann sich die Anmeldung für KAE und die damit verbundenen, nicht zu unterschätzenden, administrativen Bemühungen sparen. Die monatliche Zeiterfassung, insbesondere die Ermittlung der Mehrstunden, Ausfallstunden sowie übrigen Absenzen, gilt als Basis für die KAE. Weiter müssen die Mehrstunden der letzten 6 bzw. 12 Monate ausgewiesen werden können.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an das kantonale Arbeitsamt.

 

Weitere Ergänzungen im Fall Corona finden sich unter

https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/neues_coronavirus.html

Insbesondere wurde wegen Covid 19 die Karenzfrist für die Kurzarbeit bis 30. September 2020 auf einen Tag reduziert.

 

 

Vorgehen für betroffene Firmen: Wenden Sie sich an das kantonale Arbeitsamt

  1. Voranmeldung
    Wenden Sie sich an das kantonale Arbeitsamt.

  2. Abrechnung
    Die KAE richtet die vom Arbeitgeber ausgewählte Arbeitslosenkasse aus. Bei dieser Kasse hat der Arbeitgeber auch den Entschädigungsanspruch aller von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden geltend zu machen, und zwar spätestens drei Monate nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode.
    Die notwendigen Formulare sind online auf der Website des SECO treffpunkt-arbeit.ch (Formulare - Arbeitgeber - Kurzarbeit) abrufbar.

 

Für weitere Informationen verweisen wir auf die Broschüre "Info-Service Kurzarbeitsentschädigung" des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

Hier Broschüre

 

Wir verweisen insbesondere auf Ziffer 6 dieser Broschüre, in der geregelt wird, welche Arbeitnehmende explizit keinen Anspruch auf KAE haben.

  • Arbeitnehmende, die in einem gekündigten Arbeitsverhältnis während der gesetzlichen oder vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist stehen,
  • Arbeitnehmende, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar ist oder deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist (Bsp. keine Stempelkarte, Stundenrapporte etc.),
  • Arbeitnehmende, die in einem befristeten Arbeitsverhältnis stehen,
    (dieser Punkt dürfte im Rahmen der Corona-Pandemie wegfallen)
  • Arbeitnehmende, die auf Abruf angestellt sind,
  • Arbeitnehmende, die in einem Lehrverhältnis stehen,
  • Arbeitnehmende, die als Temporärangestellte im Betrieb tätig bzw. von einer fremden Firma zugemietet worden sind
    (dieser Punkt wird im Rahmen der Corona-Pandemie geprüft)
  • Arbeitnehmende, die mit der Kurzarbeit nicht einverstanden sind
  • Personen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, finanziell Beteiligte oder als Mitglied eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebenden bestimmen oder massgeblich beeinflussen können. Ebenfalls keinen Anspruch haben mitarbeitende Ehegatten bzw. mitarbeitende eingetragene Partner. Zu den Versicherten, die einen massgeblichen Einfluss ausüben, gehören in der Regel die Einzelunterschriftsberechtigten sowie jene, die massgeblich finanziell beteiligt sind.

    Bemerkung:
    In letztem Punkt erhoffen sich viele Branchenverbände eine Lockerung bzw. Ausweitung des Anspruchs auf KAE. Stand 17.03.2020 gibt es keine Anzeichen, dass Unternehmer Anspruch auf Kurzarbeit geltend machen können. Es kann zurzeit allerdings nichts ausgeschlossen werden. Auf Grund des heutigen Wissenstandes empfehlen wir, dass sich Gesellschafter, Aktionäre und Mitglieder der Entscheidungsgremien ebenfalls für Kurzarbeit anmelden, obschon die Erfolgsaussichten gering sind.

Weiter sind die Arbeitgeberpflichten unter Ziffer 13 (Lohnfortzahlung, Arbeitnehmerabzüge etc.) und Ziff. 18 (Arbeitszeit, Ausfallstunden, Mehrstunden) unbedingt zu beachten. Hierzu helfen auch die Berechnungsbeispiele des AHV-Merkblatts 2.11.  Wir empfehlen die KAE Ende Monat zu berechnen (auf Grund der Mehr- und Ausfallstunden) und jeweils im Folgemonat in der Lohnabrechnung zu berücksichtigen.

Hier AHV-Merkblatt 2.11

Bei Fragen oder für ergänzende Auskünfte stehen wir gerne zur Verfügung.

 

 

Gültig ab 01.07.2018
Der LGAV für das Plattenleger- und Ofenbaugewerbe gilt für die ganze Schweiz ohne die Kantone FR, BS, BL, VD, VS, NE, GE, TI, JU. Reine Abgasanlagenbaubetriebe sind dem LGAV nicht unterstellt.

Weitergehende Informationen zum LGAV finden Sie unter folgendem Link: https://www.lgav-platten-ofen.ch/lgav/broschuere-lgav/

 

Lohnverhandlung per 01.01.2020
Die Sozialpartner des LGAV Plattenleger- und Ofenbaugewerbe haben eine Zusatzvereinbarung zum Landesgesamtarbeitsvertrag bezüglich der Mindestlöhne für das Jahr 2020 verabschiedet.

Die effektiven Löhne aller dem LGAV unterstellten Arbeitnehmenden der Lohnkategorien A, B, C1, C2, D1, D2 und D3 werden per 1. Januar 2020 aufgrund des Teuerungsausgleichs um CHF 30.00 erhöht. Die Lohnvereinbarung kann unter https://www.lgav-platten-ofen.ch/lgav/lohnverhandlungen/ herunter geladen werden.

Kautionspflicht
Zur Sicherung der Vollzugskostenbeiträge sowie der gesamtarbeitsvertraglichen Ansprüche der Regionalen und Zentralen Paritätischen Kommission für das Plattenleger- und Ofenbaugewerbe (RPBK und ZPBK) hat jeder Arbeitgebende, der Arbeiten im Geltungsbereich Allgemeinverbindlicherklärung ausführt, vor der Arbeitsaufnahme zu Gunsten der ZPBK eine Kaution in der Höhe bis zu CHF 10'000 oder den gleichwertigen Betrag in Euro zu hinterlegen.

Ab 1. Juli 2018 gilt die Kautionspflicht für alle Betriebe, die in denjenigen Kantonen Platten- und/oder Ofen- Cheminéebau-Aufträge ausführen, in denen der LGAV gültig ist. Dies sind alle Kantone ausser: FR, BS, BL, VD, VS, NE, GE, TI, JU.

Was ist eine «Kautionspflicht»?
Die Kautionspflicht ist ein Instrument, womit man sicherstellen kann, dass insbesondere ausländische Firmen, die in der Schweiz arbeiten und gegen den LGAV verstossen, bei solchen Verstössen auch belangt werden können. Gemäss Bundesratsbeschluss müssen sämtliche in- und ausländische Firmen, die in der Schweiz Arbeiten ausführen, eine Kaution von bis zu CHF 10'000 hinterlegen. Um dieser Pflicht nachzukommen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder man hinterlegt bei einer von den Sozialpartnern bezeichneten Stelle CHF 10‘000 (wie bei einem Mietzinskonto) oder man versichert sich bei einer der schweizerischen Finanzmarktaufsicht unterstellten Bank oder Versicherung für diese Kaution.

Was müssen Sie als feusuisse-Mitglied unternehmen?
Nichts, denn feusuisse-Mitglieder sind über den feusuisse-Mitgliederbeitrag versichert und müssen deshalb keine Kaution leisten. Mitgliederbetriebe profitieren von der attraktiven feusuisse-Verbandslösung. Es entstehen weder Kosten noch Aufwand. Bei Bedarf oder bei Aufforderung auf einer Baustelle die Versicherungspolice vorzuweisen, kann diese jederzeit bei feusuisse kostenlos angefordert werden.

Die Kautionsversicherung garantiert, dass Forderungen der Paritätischen Kommissionen bezahlt werden. Insbesondere geht es um Kosten und Bussen, die durch Verstösse gegen den LGAV entstehen. Eine Kaution ist jedoch keine Versicherung gegen LGAV-Verstösse. Die Kaution übernimmt keine Bussen, Rückzahlungen etc. Diese sind nach wie vor vom fehlbaren Unternehmen zu bezahlen.

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